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Silber für Radovan Simic am Grado Open

Silber am 25. internationalen Grado Open vom 28.08.2010 für Radovan Simic

Grado liegt an der Nordküste der Adria auf einer Sanddüne am äussersten Ende des Golfs von Venedig. In der Karateszene ist Grado für sein topbesetztes Turnier bekannt, welches seit 25 Jahren Spitzenkämpferinnen und -kämpfer aus der ganzen Welt zu sich lockt. Dieses Jahr waren über 12 Nationen am Start, u.a. die Nationalteams aus Italien, Kroatien und der Schweiz. Radovan Simic, aus dem Kyôdai Karate-Do Muttenz, startete für das Nationalteam der Schweiz in der Kategorie Kumite Elite +84kg.

Nach sechsmonatiger Verletzungspause mit anschliessender harter Vorbereitung im Trainingslager und im Dojo in Muttenz, machte sich Radovan Simic mit seinem Trainer und langjährigen Begleiter Zoran Ivetic auf den Weg nach Italien. Sommerliche Temperaturen, die mit Jod angereicherte Luft und das Meer luden zum verweilen an den langen Sandstränden ein, jedoch reisten beide mit einem klaren Ziel an, dem Finale am Grado Open.

Die Spannung vor dem Wettkampf war sehr hoch, die Auslosung eine schwierige, aber machbare Aufgabe. Nach einem klaren 6:2 Sieg gegen den Italiener war das Eis gebrochen. Die Aufregung war gesunken, das Adrenalin gestiegen. Im Viertelfinale stand Simic gegenüber einem starken Kämpfer aus dem kroatischen Nationalteam, für Simic ein erneuter Prüfstein. Der Kampf war geprägt von Dynamik und Überraschungen. Simic lag bis zwei Sekunden vor Schluss mit 0:1 hinten, ehe er mit einem platzierten Fussangriff mit 3:1 in Führung ging und den Kampf gewann. Für den Einzug ins Finale gab es nur noch eine Hürde,  den Landesmeister aus Slowenien, ein Hüne. Zu Beginn waren beide sehr vorsichtig. Slowenien ging in Führung, jedoch konterte Simic direkt zum Ausgleich. Allmählich zerbrach der Slowene an der Kyôdai-Taktik, was schlussendlich den Sieg für Simic und Einzug ins Finale bedeutete.

Final! „Das ist es! Unser Ziel ist erreicht!“ sagte sein Trainer unmittelbar nach dem Kampf mit riesiger Freude. Im Finale traf der Jugendtrainer vom Kyôdai Karate-Do Muttenz auf den jungen italienischen Lokalmatadoren, Ernano Lorenzo, welcher im vergangenen Jahr die U21-Weltmeisterschaft gewonnen hat. Keine leichte Aufgabe für Simic, denn sowohl der Italiener als auch die Zuschauer waren auf dem Weg zur Goldmedaille. Der Kampf startete fulminant und Simic geriet rasch in Rückstand aufgrund von Strafpunkten. Der Muttenzer Karateka war zu übermotiviert, was der Italiener ausnutzen konnte und sich absetzte. Nach einer für Simic unglücklichen Entscheidung der Schiedsrichter unterlag er schliesslich im Finale. Mit der Silbermedaille im Rucksack und der Erkenntnis, dass die Vorbereitung zwar Früchte trägt, jedoch noch einige Details zu verbessern sind, kehrten Zoran Ivetic und sein Schützling zurück nach Muttenz.

Der mehrfache Schweizermeister und Bronzegewinner der Studentenweltmeisterschaften, Radovan Simic, freut sich auf die intensive Wettkampfphase in den kommenden Wochen. Denn eines ist für ihn klar, nach seiner langen Verletzungspause will er an seine alten Erfolge anknüpfen und weitere Titel für sich, das Kyôdai Muttenz und die Schweiz sammeln. Der nächste Wettkampf findet Mitte-September in Erfurt statt und das Muttenzer-Duo geht wieder mit demselben Ziel nach Deutschland, dem Finale.

 



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